Klassisches Zeitmanagement vs. Pflegealltag: Ein effektives Miteinander trotz straffem Zeitplan schaffen

Wer von Ihnen kennt es nicht: Zeitdruck und noch schnell zu erledigende Aufgaben prägen den Arbeitsalltag immer mehr. Speziell dafür gibt es Zeit- und Stressmanagementmethoden. Doch sind diese überhaupt für die ambulante Pflege nutzbar? Und wie gelingt trotz Stress und Krisenzeiten ein effektives und gutes Miteinander? Diese und weitere spannende Fragen klärten wir am 01. April im regen Austausch im PFLEX.live.

Wir starteten mit der ALPEN-Methode zur Optimierung der eigenen Aufgabenplanung: Aufgaben aufschreiben – Länge einschätzen – Pufferzeit einplanen – Entscheidungen treffen – Nachkontrollieren. Doch diese kontinuierliche Verbesserungsmethode muss erst einmal einige Wochen angewendet werden, damit man an einen optimalen Ablauf herankommt. Stück für Stück kann aber damit die eigene Zeiteinteilung effektiv gestaltet werden.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an Tools die versprechen, bei der Arbeits- und Aufgabenorganisation zu helfen: Die Kollaborationsplattform Bitrix24, der klassische Outlook-Kalender oder DATEV, aber auch Kurznotizen oder Kanban-Boards.

Auch wenn die Tools noch so gut sind– wenn Zeitdruck einmal entstanden ist, verursacht das enormen Stress. Die Devise lautet daher: Der Körper braucht Regeneration! Trotz Zeitdruck sollten Sie kleine, bewusste Pausen einbauen und einen Ausgleich schaffen. Die kleinen Dinge bewusst genießen und immer wieder ein Lächeln auf den Lippene das setzt Glückshormone frei und lässt die Arbeit viel leichter erscheinen.

Viele unserer Teilnehmenden möchten die Methoden gern mal ausprobieren, sahen allerdings durch den straffen Arbeitsalltag, die festgelegten Rahmenbedingungen oder der Anpassung an die Klient*innen einige Hürden. Andere setzen die Methoden schon um und sind überzeugt davon. Damit entstand ein reger Austausch mit vielen spannenden Ideen. Fazit: Durch die Stärkung des Einzelnen im Umgang mit Stress und der Zeitplanung kann auch in der ambulanten Pflege das gesamte Team gestärkt werden.

Dadurch kann auch das Miteinander trotz Krisenzeiten und Kontaktbeschränkungen gut gestaltet werden, welches den Teilnehmenden nach aktuell sehr stark leidet. Digitale Methoden können für gemeinsame Mittags- oder Kaffeepausen mit der Kollegin oder dem Kollegen genutzt werden. Virtuelle Teamevents bspw. in Online-Escape-Rooms stärken ebenfalls das effektive Miteinander und bauen Stress ab.

Diese Tools bieten die Möglichkeit, Meetings auch in der Pflege effektiv zu gestalten. Hier gilt: Eine gut geplante Meetingkultur, in der einzelne Schritte von der Klärung des Anlasses bis hin zur Nachbereitung beleuchtet werden, ist die halbe Miete. Was gibt es dabei zu beachten? Wo liegen die Herausforderungen? Dies diskutierten die Teilnehmenden ausgiebig.

Beim Thema der optimalen Meetinggestaltung kamen auch #WORKHACKS zur Sprache: agile Arbeitsmethoden, um die Zusammenarbeit und Arbeitsergebnisse von Teams zu verbessern. Jede*rMitarbeitende überlegt, wo die Problemstellung liegt. Gemeinsam wird eine flexible Handlungsanleitung gesucht. Beispielsweise kann der Workhack #Timeboxing im Team entstehen: Alle Mitarbeitenden sind der Meinung, dass in Meetings durcheinander gesprochen wird oder keine*r zu Wort kommt. Sie beschließen zusammen, dass zu jedem Meeting alle zu Beginn 2 Minuten Redezeit haben, der Reihe um. Jede*r kann seine Meinungen kundtun und eine moderierte Diskussion kann im zeitlichen Rahmen stattfinden. Auch der Workhack #Positiv Denken kann so ins Leben gerufen werden. Er stärkt den Teamzusammenhalt und führt zu einem effektiveren Arbeiten. Denn: Mit gutem Gefühl und im Team arbeitet es sich viel leichter und schneller.

Zeit- und Stessmanagementmethoden eignen sich also durchaus für die ambulante Pflege. Ein effektives Miteiannder kann trotz schwieriger Zeiten gestärkt werden. 

Faktenblatt zum Thema effektives Miteinander