Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und Qualifizierung ausländischer Fachkräfte

Der ambulanten Pflege mangelt es zunehmend an Personal: Immer mehr Menschen werden in den kommenden Jahren in ihrer häuslichen Umgebung gepflegt. Die steigende Klient*innenzahl muss durch qualifiziertes Personal abgedeckt werden, was jedoch vielerorts rar ist. (Lesen Sie hier mehr...)

Eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel in der ambulanten Pflege entgegen zu wirken, ist die Gewinnung ausländischer Pflegekräfte.

Welche Vorteile bieten ausländische Pflegekräfte für ambulante Pflegedienste?

Wie kann man ausländische Pflegekräfte gewinnen?

Durch Kooperationen mit:

  • Internationaler Personalservice (IPS) der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

  • Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DEFA)

  • private Personalvermittler

  • anderen Gesundheitseinrichtungen

  • Anbietern von Qualifizierungsmaßnahmen (Arbeitgeber oder Praxispartner)

 

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Warum muss man die ausländischen Berufsabschlüsse anerkennen lassen?

Im Bereich der Pflege existieren in Deutschland spezielle Berufsgesetze, die eine Berufszulassung zur Pflicht machen. Ausländische Abschlüsse werden entsprechend der Vorgaben geprüft.

Wo lässt man den ausländischen Berufsabschluss anerkennen?

Die Antragstellung läuft in Sachsen über den KSV – Kommunaler Sozialverband Sachsen.

https://www.ksv-sachsen.de/

Volle Gleichwertigkeit des ausländischen Berufsabschlusses:

  • Keine weitere Anpassungsmaßnahme notwendig

Teilweise Gleichwertigkeit des ausländischen Berufsabschlusses:

  • Anpassungslehrgang (Dauer und Inhalte werden entsprechend der festgestellten Defizite individuell festgelegt)
  • Eignungsprüfung bei einem EU-Abschluss, ggf. Absolvierung eines Vorbereitungskurses
  • Kenntnisprüfung bei einem Nicht-EU-Abschluss, ggf. Absolvierung eines Vorbereitungskurses

Keine Gleichwertigkeit des ausländischen Berufsabschlusses:

  • Neue Ausbildung notwendig

Wie läuft die Qualifizierung nach einem Defizitbescheid ab?

Erhält die Pflegekraft einen Bescheid über eine teilweise Gleichwertigkeit (Defizitbescheid), erfolgt eine Qualifizierung der ausländischen Pflegekraft entsprechend der festgestellten Defizite:

Was muss man bei der Zuwanderung als Fachkraft aus Drittstaaten beachten?

Unter https://www.zuwanderung.sachsen.de/21027.htm finden Sie eine Übersicht aller notwendigen Unterlagen für eine ausländische Pflegekraft, die sich für den sächsischen Arbeitsmarkt bewirbt. Die Informationen werden vom Staatsministerium des Innern bereitgestellt.

Kosten für die ausländische Fachkraft

Es kommen verschiedene Kostenpunkte auf die ausländische Pflegefachkraft zu. Das sind z.B. Kosten für Beglaubigungen, Übersetzungen, das Anerkennungsverfahren, Visum, Deutschkurse (ggf. im Herkunftsland und in Deutschland), Impfungen (z.B. Masern), ggf. Krankenversicherung, Flug, Beantragung des Aufenthaltstitels in Deutschland, Lebenshaltungskosten, Teilnahmegebühr für die Anpassungsmaßnahme, Erteilung der Berufserlaubnis.

Wichtig ist es, die Finanzierung der Kosten vorher zu klären und sich über Fördermöglichkeiten, wie den Anerkennungszuschuss, die Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen und andere Wege der Förderung zu informieren.

Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es in Sachsen?

Das IQ Netzwerk Sachsen hilft in folgenden Bereichen:

Quellen

  • Kommunaler Sozialverband Sachsen (2013). Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen in den nichtakademischen reglementierten Gesundheitsfachberufen bei I. Ausbildung innerhalb der EU/EWR/Schweiz, II. Ausbildung außerhalb der EU/EWR/Schweiz. Am 05. August 2020 abgerufen von https://www.ksv-sachsen.de/images/dokumente/publikationen/Flyer%20Anerkennung.pdf
  • Röder, N. (2020). Qualifizierung ausländischer Gesundheitsfachkräfte. Vortrag im Rahmen von PFLEX.live am 21. Juli 2020.
  • Staatsministerium des Innern (2020). Zuwanderung: Fachkräfte aus Drittstaaten. Am 05. August 2020 abgerufen von https://www.zuwanderung.sachsen.de/21027.htm